Ausblick auf 2026: Im Dialog mit Selbstbetroffenen
Shownotes
Ein zentrales Thema für die Stiftung Denk an mich im kommenden Jahr ist der Dialog mit Selbstbetroffenen. «Wir möchten noch viel fokussierter von den Bedürfnissen ausgehen», sagt Geschäftsführerin Sara Meyer. «Wir merken oft, dass Angebote gar nicht bekannt sind oder zu viele Dinge parallel laufen.»
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00:00:01: [Signet] Stiftung Denk an mich:
00:00:04: Die Solidaritätsstiftung von SRF,
00:00:06: die Ferien und Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderungen unterstützt.
00:00:12: [Moderator SRF 1] Seit über 55 Jahren engagiert sich die Stiftung Denk an mich für Inklusion in der Schweiz.
00:00:20: Dass Menschen mit Behinderungen überall dort dabei sein können und teilhaben, wo sie das gerne möchten.
00:00:25: Dank Ihren Spenden können die betroffenen Leute Freizeit- und Ferienaktivitäten erleben.
00:00:31: Sie kommen im Genuss von kulturellen Anlässen, die barrierefrei sind, erleben Gleichberechtigung, Zugänglichkeit und selbstbestimmtes Entscheiden.
00:00:40: Das wird auch im neuen Jahr so sein.
00:00:42: Allerdings steht das 2026 bei dieser Stiftung ganz im Zeichen von nachhaltigen Veränderungen.
00:00:49: Das hat meine Kollegin Pascale Folke im Gespräch mit der Geschäftsführerin Sara Meyer erfahren.
00:00:55: [Pascale Folke] Die Stiftung Denk an mich schaut auf ein intensives Jahr zurück.
00:01:00: Rund 25'000 finanziell benachteiligten Kindern, Jugendlichen und erwachsene Menschen mit Behinderungen konnten Lichtblicke ermöglicht werden.
00:01:08: [Sara Meyer] Es kommen immer mehr Menschen mit Behinderungen auf uns zu, vor allem im Individualtourismus.
00:01:14: Man merkt, dass Menschen unterwegs sind, dass sie in den Ferien sind, dass sie Freizeitangebote nutzen und dass sie Bescheid wissen, dass wir uns für die Zugänglichkeit einsetzen.
00:01:25: Wir hatten vor allem die Herausforderung, mit einer ständig wachsenden Nachfrage umzugehen.
00:01:30: [Pascale Folke] Sagt Sara Meyer. Nicht zuletzt, weil die Stiftung in den letzten Jahren einen grossen Wandel durchgemacht hat und vor allem durch die sozialen Medien noch bekannter wurde.
00:01:41: [Sara Meyer] Man spricht darüber, dass man bei uns Unterstützung beantragen kann. Man erfährt davon.
00:01:47: Wir berichten im Radio mit unseren schönen Geschichten. Das hören die Leute und denken, dann könnte ich dort auch mal ein Gesuch stellen.
00:01:54: Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass wir Gott sei Dank eine sehr treue Spenderschaft haben, die uns ermöglicht, dass wir auch ein bisschen flexibler in den Vergabungen sein können.
00:02:04: [Pascale Folke] Umso wichtiger sei es, die Inklusion immer wieder zielgerichtet mit konkreten und nachhaltigen Projekten zu fördern.
00:02:12: Als Leitfaden dient der Stiftung die UN-Behindertenrechtskonvention, welche die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen hoch aufhängt.
00:02:20: [Sara Meyer] Wir sind immer noch in den gleichen drei Säulen unterwegs. Die haben sich sehr etabliert bei uns.
00:02:25: Die eine Säule sind die Individualreisen. Dort decken wir die Mehrkosten, die für Menschen mit Behinderungen entstehen, weil die Zugänglichkeit nicht gewährleistet ist.
00:02:33: Beispielsweise muss man das teurere Hotelzimmer nehmen, weil das das grössere ist.
00:02:38: Das sind Mehrkosten, die die Person nicht freiwillig wählt, sondern aufgrund der Bedingungen wählen muss.
00:02:43: Das Zweite gehört dazu, dass wir die Infrastruktur so anpassen müssen, dass alle partizipieren können.
00:02:50: Das heisst die ganze Projektnachfrage, die Organisation oder die Individualpersonen, die Ideen bei uns einreichen, die Zugänglichkeit erhöhen.
00:02:58: Das sind Kulturangebote, Sportangebote, aus der ganzen Breite des Freizeitbereichs.
00:03:04: Und das Dritte, was wir immer noch mit einem grossen Anteil zahlen, sind Gruppenaktivitäten.
00:03:08: Darum geht es darum, dass Menschen mit Behinderungen alle Freizeitangebote nutzen können, die es auf dieser Welt gibt und wo bisher Zugänglichkeit fehlt.
00:03:19: [Pascale Folke] Klar ist, die Frage nach Gleichberechtigung und Zugänglichkeit nimmt zu.
00:03:23: [Sara Meyer] Das Bewusstsein ist grösser. Das Bewusstsein der Gesellschaft ist grösser.
00:03:28: Also immer mehr Organisationen und Institutionen merken, sie sind in der Verantwortung.
00:03:32: Sie können sich nicht mehr einfach rausschleichen.
00:03:34: Vor allem nicht über das Geld-Argument, weil es Möglichkeiten gibt, solche Anpassungen zu finanzieren.
00:03:41: Und der Druck ist höher. Die Community ist stärker. Immer mehr Menschen mit Behinderungen ergreifen für sich selber das Wort und fordern ein.
00:03:48: Und das ist genau die Dynamik, die wir brauchen.
00:03:51: [Pascale Folke] Persönlich wünscht sich Sara Meyer, noch mehr im Dialog zu stehen mit Betroffenen.
00:03:55: [Sara Meyer] Ein grosses Thema bei uns auch im nächsten Jahr, aber das wird nicht in einem Jahr abgeschlossen sein, ist eigentlich der Dialog mit Selbstbetroffenen.
00:04:02: Also, dass man immer mehr und immer fokussierter von den Bedürfnissen ausgeht.
00:04:06: Bisher war es so, man hat bei uns die Gesuche gestellt.
00:04:08: Und wenn das in einem vernünftigen Rahmen mit einem Nachhaltigkeitsanspruch passiert ist, haben wir diese Gesuche auch weiterverfolgt, uns partiell oder sogar grösser daran beteiligt.
00:04:18: Und jetzt ist eigentlich so die Idee aufgekommen, dass man einfach noch viel, viel näher heranzoomen muss, noch viel mehr im Dialog sein muss und gleichzeitig die Agilität nicht verlieren darf.
00:04:29: Wir müssen ja relativ wirksam die Spendengelder auch umsetzen.
00:04:33: Das heisst, wir müssen eine gute Mischform finden von Auseinandersetzung mit der Community, mit Selbstbetroffenen und gleichzeitig im Vorwärtstempo,
00:04:41: dass man wirklich auch im Jahr selber immer wieder wirkbare, sichtbare Veränderungen schafft.
00:04:47: [Pascale Folke] Es ist wichtig, dass man Betroffene einbezieht und v.a. lässt mitreden und mitentscheiden.
00:04:53: Darum möchte die Stiftung zukünftig noch mehr Angebote fördern, wo Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mitwirken.
00:05:00: [Sara Meyer] Bisher hat die Kulturinstitution zum Beispiel gefunden, wir machen Audiodeskriptionen für eine Theatervorstellung,
00:05:06: sodass Menschen mit Sehbehinderungen quasi auch dieses Theaterstück mitverfolgen können.
00:05:10: Und das ist natürlich inklusiv, das schafft Zugänglichkeit.
00:05:13: Also haben wir das partiell oder auch z.T. mit grösseren Kosten unterstützt.
00:05:19: Jetzt die Frage ist, wenn man Menschen mit Sehbehinderungen einbezieht und fragt, was wollen sie denn eigentlich?
00:05:24: So muss man vielfach auch feststellen, dass sie vielleicht gar nicht wissen, dass es diese Angebote gibt oder nur ein kleiner Teil weiss es.
00:05:30: Oder es werden viele Sachen parallel gemacht, sodass eigentlich quasi eine Eskalation besteht.
00:05:35: Wo soll ich jetzt durch? Ich habe so viele Angebote.
00:05:37: Das bedeutet, dass wir gesagt haben, was schön wäre, wenn wir eigentlich so weit kommen, dass wir eine Ausschreibung machen können,
00:05:44: wo möchtet ihr denn eigentlich gerne mal hin oder was sollen wir in der Stiftung im Fokus nehmen
00:05:49: und eigentlich vom Bedürfnis ausgehend die Zugänglichkeit gewährleisten.
00:05:54: Also es ist einfach, das Gleiche zu machen, aber der andere Weg um.
00:05:58: [Moderator SRF 1] Sara Meyer, Geschäftsführerin der Stiftung Denk an mich im Gespräch mit Pascale Folke.
00:06:04: Informationen zu den verschiedenen Projekten, die diese Stiftung unterstützt, finden Sie auf der Webseite von Denk an mich.
00:06:11: [Signet] Die Stiftung Denk an mich unterstützt Ferien und Freizeitaktivitäten von Menschen mit Behinderungen.
00:06:18: Mehr Informationen auf denkanmich.ch
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